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Der gute Dieb

Der gute Dieb
Roman. Deutsche Erstausgabe

von Dicks, Matthew
Dtsch. v. Andreas Helweg
Blanvalet Taschenbuch Nr.37305 377 S. 18,5 cm
2009 Blanvalet
ISBN 978-3-442-37305-5

9,20 EUR (inkl. USt.) 
Versand- oder abholbereit innerhalb 48 Stunden

Zusatztext
Martin hat den Dreh raus: Seit Jahren schon geht er erfolgreich auf Diebestour. Allerdings lässt er immer nur Dinge mitgehen, die seine "Kundschaft" nicht allzu bald vermissen wird: eine von zig Vorratsflaschen Salatdressing, ein Handtuch, einen lange nicht getragenen Ohrring - und irgendwann, nach vielen Monaten, den zweiten. Niemand schöpft je Verdacht - doch eines Tages manövriert Martin sich selbst ins Abseits, weil er sich nicht an seinen ausgeklügelten Zeitplan hält. Das Organisationswunder droht im Chaos zu versinken, und noch während er versucht, sich selbst aus der heiklen Lage zu befreien, wird er zum Schutzengel einer seiner "Kundinnen".

Leseprobe

Martin zog die Kühlschranktür auf und fand genau das vor, was er erwartet hatte. Eines musste man den Pearls lassen: Beständigkeit war ihre Stärke. Eine volle Flasche Milch mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum, Aufschnitt, angebrochene Marmeladengläser, Tomatensoße, ein Karton Eier - und in der Tür das, worauf Martin spekuliert hatte: Salatdressings. Mehr Salatdressings, als irgendwer je verbrauchen könnte. Newman's Ranch, Thousand Island, Gorgonzola, French, Italian, zwei Sorten Balsamico-Vinaigrette sowie Martins Lieblingssoße, Parmesan Peppercorn. / In den neun Jahren, in denen die Pearls nun schon zu seinen Kunden zählten, hatte er nie auch nur einen einzigen Salatkopf oder eine frische Tomate in ihrem Kühlschrank vorgefunden. Trotzdem gab es darin stets eine exzellente Auswahl an Dressings, die im Gegensatz zu allem anderen bei den Pearls nur selten das Verfallsdatum überschritten, was darauf schließen ließ, dass sie tatsächlich verwendet wurden, wenn es auch für Martin ein Geheimnis blieb, zu welchem Zweck. / Er nahm die Flasche Parmesan Peppercorn heraus und betrachtete das Etikett. Zufrieden mit der Mindesthaltbarkeit, steckte er sie in seinen Leinensack und durchforstete dann die übrigen Vorräte im Kühlschrank. Der Sack, den Martin an einer dicken Kordel um die Schulter trug, war eher ein Accessoire, eine Äußerlichkeit - eine Art Symbol seines Berufsstolzes. Er betrachtete sich selbst als Meister seines Fachs, als Spitzenkraft. Jede andere Tasche, jeder andere Sack hätte den Zweck genauso gut erfüllt, manches Stück vielleicht sogar noch besser. Aber Martin hing an seinem Leinensack, und deshalb behielt er ihn. / Als Nächstes widmete er sich dem Butterfach. Von den viereinhalb Stücken steckte Martin zwei ein. Dann schloss er den Kühlschrank und wandte sich der Speisekammer zu. Zur Sicherheit warf er noch einen schnellen Blick auf seine Liste. Sie war auf Französisch verfasst. Falls er je erwischt werden sollte, würde ein durchschnittlicher Detective damit hoffentlich nichts anfangen können. Jeder Cop, der etwas auf sich hielt, würde die Liste natürlich übersetzen lassen, das war Martin klar; trotzdem ließ diese Vorsichtsmaßnahme ihn ruhiger schlafen. / / Die Speisekammer der Pearls war mit Gemüsekonserven hervorragend bestückt, und er angelte zwei Dosen Erbsen, eine Dose Mais und zwei große Dosen geschälte Tomaten daraus hervor. Bei einem überschaubareren Vorrat hätte Martin diesen Punkt auf seiner Liste übersprungen; seine oberste Regel besagte nun einmal: Wenn das Fehlen eines Gegenstands auffallen könnte, verzichte auf seinen Erwerb. / Manche Dinge konnte man problemlos mitnehmen, ohne dass es jemand bemerkte, insbesondere wenn man mit der Vorratshaltung des entsprechenden Haushalts gut vertraut war und genau sagen konnte, wie lange der betreffende Gegenstand bereits vorhanden war. Rohrreiniger durfte man sich zum Beispiel niemals im ersten Monat nach der Anschaffung aneignen, weil der Hausbesitzer ihn höchstwahrscheinlich aus einem ganz bestimmten Grund gekauft hatte. Vielleicht floss das Wasser in der Küchenspüle schlecht ab, oder die Badewanne lief beim Duschen voll. In solchen Fällen würde das Fehlen einer Flasche Rohrreiniger, die ja nicht ganz billig war, unweigerlich auffallen. Erst nach etwa dreißig Tagen konnte man davon ausgehen, dass der Hausbesitzer sein Verstopfungsproblem gelöst hatte, und dann durfte die Flasche ruhig spurlos verschwinden. Möglicherweise würde sich der Kunde eines Tages fragen: »Hatte ich damals nicht zwei Flaschen gekauft, weil sie im Angebot waren?« oder: »Da war doch ganz bestimmt noch irgendwo Rohrreiniger ...?« / Solange Martin jedoch nicht gegen seine zweite Regel verstieße, würde sich ganz sicher niemand weiter darüber Gedanken machen. Auf die Richtigkeit von Regel Nummer zwei vertraute er bereits seit Jahren: Verschwindet in einem Haus ein Gegenstand, entsteht nur dann der Verdacht eines Diebstahls, wenn ein Diebstahl

Rezension
Ein herzerfrischender und humorvoller Kriminalroman, der zwischen der bluttriefenden Krimi-Konkurrenz hervorsticht. St. Galler Tagblatt


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Belletristik

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3 Ahern, Cecelia; Ich schreib dir morgen wieder
4 Price, Richard; Cash
5 Auster, Paul; Unsichtbar

Sachbuch

1 Gauß, Karl-Markus; Im Wald der Metropolen
2 Hofer, Thomas; Die Tricks der Politiker
3 Schenk, Otto; 'Es war nicht immer komisch'
4 Bourdieu, Pierre; Algerische Skizzen
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Taschenbuch

1 Walker, Martin; Bruno Chef de police
2 Beckett, Simon; Leichenblässe
3 Glavinic, Thomas; Wie man leben soll
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